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Kenia

Ein Samenkorn pflanzen: Medical Peace Work Studierenden in Afrika vorgestellt

Als Ärztinnen und Ärzte einer Gesellschaft sind wir dazu berufen mehr zu sein als Gesundheitsarbeiter. Wenn wir nach den höchsten Idealen unseres Berufes leben wollen, sollten wir uns mit Politik und den sozialen Aspekten unserer Gesellschaft beschäftigen. Dies wurde von Rudolf Virchow in seiner berühmten Stellungnahme „Medizin ist eine Sozialwissenschaft – und Politik ist nichts als Medizin im Großen“ wunderbar beschrieben.  Die meisten Medizinstudierenden, die in afrikanischen Ländern aufwachsen, werden mit verschiedensten Herausforderungen ihrer Gesellschaft, wie z. B. Krieg, Krankheiten, Armut, Gewalt, Ungleichheit und politischer Instabilität konfrontiert und sind mit diesen Problemen manchmal überfordert. Mit der Konfrontation kommt auch das Bedürfnis, das zu heilen, was falsch läuft. In den vergangenen Jahren haben wir festgestellt, dass afrikanische Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte aufwachen, und sich ihrer Verantwortung bewusst werden, mehr als nur Krankenhausangestellte zu sein. Eines der Gebiete dem sie sich widmen, ist die Friedensarbeit.  Wenn dieser Moment kommt, ist es wichtig diese jungen Menschen mit dem richtigen Wissen und den richtigen Fähigkeiten auszustatten, um eine Veränderung in der afrikanischen Friedensarbeit zu bewirken. Es beginnt mit einem Samen, der in dem Online-Kurs Medical Peace Work gesät wird, ein Samen, der zu einer starken Eiche heranwachsen und tiefe Wurzeln ausbilden kann. Diese Wurzeln werden zu einem konstanten und stabilen Standbein für medizinische Friedensarbeit und liefern die Art von Energie, die ein Medizinstudierender auf unserem Kontinent braucht, um die tiefsitzenden Probleme von Krieg und Gewalt in den Griff zu bekommen. Medical Peace Work ist eine transnationale Kooperation von medizinischen FriedensarbeiterInnen, Friedens- und GesundheitsforscherInnen, Lehrinstitutionen und den UserInnen des Online-Kurses.  64 Medizinstudierende aus fünf afrikanischen Ländern (Kenia, Tansania, Nigeria, Sambia und Liberia) haben die sieben Kurse des Medical Peace Work Curriculum abgeschlossen und bei einem gemeinsamen Workshop von 12. bis 13. April 2014 in Nairobi ihre Ideen und Erfahrungen geteilt, um den Weg für Friedensaktivismus in Afrika zu ebnen. Die Medical-Peacework-Kurse beinhalten Themen wie „Health workers, conflict and peace“, „Structural violence & root causes of violent conflict“, und „Prevention of interpersonal & self-directed violence“.


Dr. Hellen Barosio, Geschäftsführerin IPPNW-Keni und Mary Iwaret, Medizinstudentin, Kenia, Medical Peace Work Africa Koordinatorin.

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