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Pressemitteilung der IPPNW-Deutschland

Für ein Ende der Blockade des Donbass

Humanitäre Katastrophe in der Ostukraine

Verbrannter Wohnblock in Lysychansk, 2014. Foto: Pryshutova Viktoria

16.09.2015 MedizinerInnen der IPPNW aus 15 europäischen Ländern haben heute an Präsident Petro Poroschenko, Präsident Wladimir Putin, das Europäische Parlament und die OSZE appelliert, die wirtschaftliche Blockade gegen den Donbass aufzuheben und medizinischen Hilfskräften freien Zugang zu der Bevölkerung in der Region zu gewährleisten. Die ukrainische Regierung hatte die Blockade des Kriegsgebietes Donbass im Juni diesen Jahres noch einmal verschärft: Lebensmittel, Medikamente und medizinische Güter dürfen nur noch unter strengen Auflagen in das von den  Separatisten kontrollierte Gebiet geliefert werden.

Die OSZE beklagte bereits in ihrem Bericht vom Mai diesen Jahres, dass viele Menschen in den umkämpften Zonen in Kellern ausharrten ohne Zugang zu Wasser und Nahrung sowie notwendigen Medikamenten. Krankenhäusern, z.B. in Krasnodon, das von den Separatisten kontrolliert wird, fehle es an Sauerstoff, so dass notwendige Operationen von Verletzten nicht durchgeführt werden könnten. Notwendige Medikamente besonders für chronisch kranke Patienten wie Diabetiker oder Tuberkulosekranke seien nicht verfügbar.

Beide Konfliktparteien, sowohl die ukrainische Regierung als auch die Separatisten, sind nach internationalen Recht verpflichtet, der Zivilbevölkerung  uneingeschränkten Zugang zu Nahrung und Medikamenten zu gewährleisten. Tatsächlich werden jedoch humanitäre Transporte durch beide Parteien erheblich behindert.

Fünf Millionen Ukrainer im Osten des Landes sind aufgrund des Krieges auf Hilfe angewiesen. Laut UN-Angaben sind mehr als 260.000 UkrainerInnen im eigenen Land auf der Flucht. 94 Prozent von ihnen kommen aus der Ostukraine und bleiben in der Region um Donezk, Charkiw und Kiew. Laut den russischen Behörden sind mehr als 800.000 Ukrainer nach Russland geflohen.

Die IPPNW-Ärzte und -Ärztinnen äußerten sich beim europäischen IPPNW-Treffen in Belgrad am vergangenen Wochenende zutiefst schockiert über die katastrophale humanitäre Situation in der Ostukraine. Ein IPPNW-Mitglied und eine Journalistin aus der Region beklagten das Leid der Zivilbevölkerung. Insbesondere viele der Kinder seien traumatisiert. Beide Zeuginnen meinten übereinstimmend: „Die Menschen wollen endlich ein Ende des Krieges. Viele ukrainische Männer versuchen, sich auf legale Weise dem Kriegsdienst zu entziehen.“

Den Brief an die Präsidenten Poroschenko, Putin, das Europäische Parlament und die OSZE finden Sie unter www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/appeal_on_humanitarian_relief.pdf

Ein IPPNW-Akzente zum Ukraine-Krieg finden sie unter www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Akzente_Ukraine_2015.pdf


Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

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